Das Streckenradar, auch Section Control oder Abschnittskontrolle genannt, misst die Durchschnittsgeschwindigkeit über einen längeren Streckenabschnitt. Anders als herkömmliche Blitzer, die die Geschwindigkeit an einem Punkt messen, erfasst das Streckenradar die Fahrtzeit zwischen zwei Messpunkten.
Das Prinzip ist einfach: Am Anfang und Ende eines Kontrollabschnitts werden die Kennzeichen der Fahrzeuge fotografiert und die Durchfahrtszeiten gespeichert. Aus der Streckenlänge und der benötigten Zeit wird die Durchschnittsgeschwindigkeit berechnet. Liegt diese über dem Tempolimit, wird ein Bußgeldbescheid ausgestellt.
Das erste Streckenradar in Deutschland wurde 2019 auf der B6 bei Laatzen in Niedersachsen in Betrieb genommen. Seitdem wurden weitere Anlagen an verschiedenen Standorten installiert. Das System gilt als besonders effektiv, da es nicht möglich ist, kurz vor dem Blitzer abzubremsen und danach wieder zu beschleunigen.
Rechtlich war das Streckenradar in Deutschland zunächst umstritten. Das Bundesverfassungsgericht hat die Abschnittskontrolle jedoch grundsätzlich für zulässig erklärt, sofern die datenschutzrechtlichen Vorgaben eingehalten werden.