📐 So funktioniert das Streckenradar
Das Streckenradar — auch Section Control oder Abschnittskontrolle — misst die Durchschnittsgeschwindigkeit über einen längeren Streckenabschnitt.
Das Messprinzip
- 📷 Eingangsportal: Beim Einfahren wird das Kennzeichen erfasst und ein Zeitstempel gesetzt
- 📷 Ausgangsportal: Beim Verlassen wird erneut das Kennzeichen erfasst
- 🧮 Berechnung: Aus Streckenlänge und Durchfahrtszeit wird die Durchschnittsgeschwindigkeit ermittelt
Formel: Durchschnittsgeschwindigkeit = Streckenlänge / Durchfahrtszeit. Kennzeichen von nicht zu schnellen Fahrzeugen werden sofort gelöscht.
💡 Vorteile gegenüber herkömmlichen Blitzern
- ✅ Kein Abbremsen und Beschleunigen — kurz bremsen hilft nicht
- ✅ Gleichmäßigerer Verkehrsfluss — weniger Staubildung
- ✅ Höhere Verkehrssicherheit — bis zu 50% weniger Unfälle (Studie Niederlande)
📍 Standorte in Deutschland
Das erste deutsche Streckenradar wurde 2019 auf der B6 bei Laatzen (Niedersachsen) in Betrieb genommen. Weitere Standorte:
- 🟢 Niedersachsen (Pilotprojekt B6)
- 🟡 Autobahnbaustellen in mehreren Bundesländern
- 🟡 Tunnelstrecken (in Planung)
⚖️ Rechtliche Grundlagen
Das Niedersächsische Oberverwaltungsgericht hat die Abschnittskontrolle für rechtmäßig erklärt. Entscheidend: Kennzeichen werden sofort gelöscht, wenn keine Überschreitung vorliegt. Die Datenverarbeitung ist verhältnismäßig.
📏 Toleranzabzug
Beim Streckenradar gelten die üblichen Toleranzwerte: 3 km/h bei Geschwindigkeiten bis 100 km/h, 3 Prozent darüber.
✅ Fazit
Das Streckenradar ist die effektivste Methode der Geschwindigkeitsüberwachung, da kurzes Abbremsen nicht hilft.